vendredi 6 février 2015
Tiefer Sueden bis Hoher Norden: MS to AK
Posted on 18:08 by union
Und fertig machen für die Abfahrt
In der letzten Zeit bin ich bei vielen von euch virtuell und meist still mitgereist. Ich moechte mich daher jetzt gerne mit einem eigenen Reisebericht bedanken.
Ich lade euch auf einen Roadtrip ein, der im tiefen Sueden los geht und uns in den hohen Norden fuehrt. Mitte August ging es los und das Ziel war es, vor dem ersten Schnee in Alaska anzukommen. Wenn ihr Lust habt, dann steigt ein. Platz ist genug, wir sind mit zwei Autos unterwegs, ihr koennt euch also aufteilen. Es wird dabei schon die ein oder andere Mammutstrecke zu fahren geben, und viele Sehenswuerdigkeiten bleiben auf der Strecke. Das ist nun Mal so. Aber ich hoffe, dass es trotzdem nicht langweilig wird. Also los, ab in den Flieger und dann treffen wir uns in Columbus, MS. Ach ja, bringt ein paar Leckereien mit. Irgendwas typisch deutsches, was ihr sonst hier vermissen wuerdet. Mal sehen, was ihr alles dabei habt.
arum starten wir in Columbus und wo liegt das ueberhaupt? Nun ganz einfach. Columbus war fuer 2 Jahre unser zu Hause. Es liegt etwas eine Stunde suedlich von Tupelo (die Elvis Fans wissen, dass es seine Geburtsstadt ist) und fast an der Grenze zu Alabama. 2 Jahre mit heissen und schwuelen Sommern, doch irgendwie kalten Wintern, Gumbo, Fried Green Tomatoes, Fried Pickles, tollen Haeusern mit riesigen Verandas (oder wie auch immer die Mehrzahl ist), Gastfreundschaft und wahnsinnigen Gegensaetzen zwischen Arm und Reich. Es ist der Geburtsort von Tennessee Williams und der Ausgangspunkt des heutigen Memorial Days.
Folgt mir einfach auf einen letzten Rundgang durch die Stadt, bevor wir morgen die Autos beladen und losfahren.
Columbus hat besonders viele Ante Bellum Haeuser aus der Zeit des Buergerkrieges. Der Grund ist einfach. Es ware eine Lazarettstadt, in der keine Kaempfe statt fanden. Somit sind viele dieser alten Haeuser noch erhalten und laden im April zu Besichtigungen ein. Dann oeffnen die Besitzer ihre Tueren, verkleiden sich entsprechend und lassen Geschichte lebendig werden.
Und wenn man schon mal hier ist, dann sollte man auch den Friendship Friedhof besuchen. Hier gibt es neben modernen Graebern auch sehr, sehr viele Graeber aus Zeiten des Buergerkriegs. Heutzutage nur noch der Suedstaatler, aber direkt nach dem Krieg auch von Union Soldaten. Im Jahre 1866 entschieden sich eine Gruppe Frauen im Mai, auf den Friedhof zu gehen und die Soldatengraeber mit Blumen zu schmuecken. Eine der Frauen schaute auf die wenigen Graeber der Union Soldaten und entschied, auch hier Blumen abzulegen, denn auch sie kaempften und starben fuer ihre Ueberzeugung. Die anderen Frauen taten es ihnen nach. Die Geschichte verbreitete sich sehr schnell und irgendwann erreiche sie die New York Tribune. Der junge Anwalt Francis Miles Finch las den Artikel und schrieb darauf hin das Gedicht The Blue and The Gray.
Besonders empfehlen kann ich einen Besuch auf dem Friedhof waehrend der sogenannten Pilgrimage Woche. Dann, bei Einbruch der Dunkelheit, lassen Schueler einer oertlichen Privatschule die Geschichte von 10 privaten Graebern dort lebendig werden.
Noch ein kurzer Spaziergang am Riverwalk, ein letztes Mal Sushi bei Umi und dann sollten wir auch schon los und den Trailer fuer unser drittes Auto abholen. Ja, ihr habt richig gelesen. Die erste Etappe werden wir noch einen alten Ford Mustang hinter uns her ziehen. Der wird dann aber verschifft, bevor unsere Tour richtig los geht.
Das Abholen des Trailers war schon ein Abenteuer für sich. In diesem Wellblechhaus verkauften die UHaul Leute auch Möbel. Das Beste dabei war aber, das die Betten, die zum Verkauf waren, aussahen, als ob da bis eben noch jemand drin geschlafen hat. Wundern würde es mich nicht. Irgendwann war der Papierkram per Hand erledigt, da der Computer ausgefallen war. Ein Mitarbeiter verschwand mit meinem Mann im Hof und sie kamen und kamen nicht zurück. Na toll, dachte ich, kein Trailer da. Und dann? Ach ne, da kommen sie ja. Trailer war da, aber echt das älteste Schätzchen das ich je gesehen habe. Nun denn, wir haben ihn hinter den Truck gespannt (der Mitarbeiter war schon längst wieder verschwunden) und ab ging es nach Hause oder besser zum Hotel, in dem wir die letzten Wochen gewohnt haben.
Und noch eine kurze Anmerkung: es gibt immer mal wieder einen oder zwei Tage ohne Fotos. Sorry dafuer. Auch dafuer, dass fast alle Fotos nur mit der Handykamera gemacht sind. Das liegt daran, dass recht am Anfang meine Spiegelreflex ihren Geist aufgegeben hat. Sehr, sehr aergerlich, aber leider nicht zu aendern. Ich werde das Fluchen an entsprechender Stelle hier einfuegen. Und dann haltet euch die Ohren zu, es war laut.
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